Freigeist (78) • Karl Popper – Logik der Forschung • Hör-Kolumne von Helmut Fink

In dieser ersten von zwei Folgen seiner Hör-Kolumne widmet sich Helmut Fink dem Leben und Denken Karl Poppers (1902 – 1994), eines der einflussreichsten Wissenschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Poppers Wissenschaftstheorie, mit der er den kritischen Rationalismus begründete. Statt auf Verifikation wie der Wiener Kreis forderte Popper Falsifizierbarkeit als Abgrenzungskriterium von Aussagen in der Wissenschaft: Nur wenn eine Aussage grundsätzlich widerlegbar ist, kann sie Teil einer validen Theorie sein. Prägend für diese Position war Poppers Beobachtung des unterschiedlichen Umgangs mit empirischen Daten in der Psychoanalyse und der Physik. Während psychoanalytische Theorien gegen Widerlegung immunisiert wurden, ließen sich die Voraussagen von Einsteins Relativitätstheorie überprüfen – und bestätigen.
Weiter schildert Helmut Fink den politischen Werdegang des jungen Karl Popper und seine Abkehr vom Kommunismus nach einer prägenden Gewalterfahrung sowie seinen Werdegang vom Hauptschullehrer zum bedeutenden Philosophen und schließlich die Emigration nach Neuseeland vor dem Hintergrund des aufkommenden Antisemitismus im Österreich der 1930er Jahre. Im bald erscheinenden zweiten Teil geht es dann um Poppers politische Philosophie und sein Eintreten für die offene Gesellschaft.

02.06.2025|

Freigeist (74) • Die »Deutsche Gesellschaft für Ethische Kultur« • Hör-Kolumne von Helmut Fink

Die »Deutsche Gesellschaft für Ethische Kultur« (DGEK) ist als humanistische Organisation weitgehend in Vergessenheit geraten, obwohl sie Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts ein Programm vertrat, das auch heute noch Beachtung verdient. Ihr Ziel bestand darin, ethische Maßstäbe zu verbreiten und umzusetzen, die mit einem wissenschaftlichen Weltbild und einem aufgeklärten emanzipierten Menschenbild vereinbar sind. »Aus der Ethik eine Religion machen« lautet der Titel eines neu erschienenen Buches über die Organisation, verfasst von Horst Groschopp und Eckhard Müller. Helmut Fink hat die Veröffentlichung des Bandes zum Anlass genommen, die Geschichte und weltanschauliche Ausrichtung der DGEK vorzustellen. In dieser Folge seiner Hörkolumne zieht er außerdem Parallelen zu säkularen Organisationen der Gegenwart und gibt Denkanstöße für deren Weiterentwicklung.

01.10.2024|

Freigeist (62) • Zum ewigen Frieden • Hör-Kolumne von Helmut Fink

»Zum ewigen Frieden« lautet der Titel einer Schrift, die der Philosoph Immanuel Kant 1795 veröffentlichte. Darin argumentiert er, dass ein dauerhafter Frieden zwischen den Staaten nur möglich sei, wenn die Regierungen auf Grundlage moralischer Prinzipien handeln und Konflikte zwischen den Staaten durch friedliche Verhandlungen lösen. Als weitere bedeutende Faktoren für die Erlangung des Weltfriedens betrachtete Kant Bildung und wissenschaftlichen Fortschritt, da beide die Menschen befähigen, universelle moralische Grundsätze anzuerkennen. Weiter plädierte er für republikanische Verfassungen, einen Föderalismus freier Staaten und ein Weltbürgerrecht. In seiner Hörkolumne zeichnet Helmut Fink diese Gedankengänge nach und verfolgt ihre Nachwirkung. Sie reichen von der Gründung des Völkerbundes nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Verabschiedung der UN-Charta 1945 – genau 150 Jahre nach Kants Schrift. Gewiss ist es noch ein langer Weg zur Verwirklichung des Weltfriedens. Eine bedeutende Rolle in diesem Prozess kommt Humanistinnen und Humanisten zu.

01.05.2023|

Freigeist (49) • »Die Waffen nieder!« – Bertha von Suttners Leben und Werk • Hör-Kolumne von Helmut Fink

Heute würde mal sie wohl eine säkulare Humanistin nennen: Bertha von Suttner (1843–1914) war Schriftstellerin, Frauenrechtlerin, Pazifistin und die erste Frau, die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. In dieser Folge seiner Hörkolumne erinnert Helmut Fink an das Leben und Werk einer fortschrittlichen Denkerin, deren Impulse bis heute weiterwirken. Als geborene Gräfin hatte sie einen weiten Weg von den Gesellschaftszwängen ihrer Zeit hin zu zukunftsweisenden Positionen zurückzulegen. Seit kurzem trägt das Bertha-von-Suttner-Studienwerk ihren Namen.

01.04.2022|
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