Rubrik:

»Freigeist«

Freigeist (79) • Karl Popper – Die offene Gesellschaft und ihre Feinde • Hör-Kolumne von Helmut Fink

01.08.2025|

Nachdem in der vergangenen Folge der Hör-Kolumne »Freigeist« Karl Poppers (1902–1994) frühe Jahre und sein Wirken als wegweisender Wissenschaftsphilosoph im Mittelpunkt standen, widmet sich Helmut Fink nun dem späteren Wirken des Philosophen, insbesondere seinen einflussreichen Beiträgen zur politischen Philosophie.
Im Zentrum dieser Folge steht Poppers 1945 erschienenes politische Hauptwerk »Die offene Gesellschaft und ihre Feinde«. Unter dem Eindruck der totalitären Regime seiner Zeit entwirft er darin die Theorie einer offenen Gesellschaft, die auf Reformbereitschaft und stetiger Verbesserung beruht sowie keine Toleranz gegenüber Intoleranz zeigt. Helmut Fink schildert zudem das Wirken Karl Poppers nach dem Zweiten Weltkrieg und zeigt auf, welche Impulse seine Philosophie für demokratische Humanisten auch heute noch bereithält.

Freigeist (78) • Karl Popper – Logik der Forschung • Hör-Kolumne von Helmut Fink

02.06.2025|

In dieser ersten von zwei Folgen seiner Hör-Kolumne widmet sich Helmut Fink dem Leben und Denken Karl Poppers (1902 – 1994), eines der einflussreichsten Wissenschaftstheoretiker des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht Poppers Wissenschaftstheorie, mit der er den kritischen Rationalismus begründete. Statt auf Verifikation wie der Wiener Kreis forderte Popper Falsifizierbarkeit als Abgrenzungskriterium von Aussagen in der Wissenschaft: Nur wenn eine Aussage grundsätzlich widerlegbar ist, kann sie Teil einer validen Theorie sein. Prägend für diese Position war Poppers Beobachtung des unterschiedlichen Umgangs mit empirischen Daten in der Psychoanalyse und der Physik. Während psychoanalytische Theorien gegen Widerlegung immunisiert wurden, ließen sich die Voraussagen von Einsteins Relativitätstheorie überprüfen – und bestätigen.
Weiter schildert Helmut Fink den politischen Werdegang des jungen Karl Popper und seine Abkehr vom Kommunismus nach einer prägenden Gewalterfahrung sowie seinen Werdegang vom Hauptschullehrer zum bedeutenden Philosophen und schließlich die Emigration nach Neuseeland vor dem Hintergrund des aufkommenden Antisemitismus im Österreich der 1930er Jahre. Im bald erscheinenden zweiten Teil geht es dann um Poppers politische Philosophie und sein Eintreten für die offene Gesellschaft.

Freigeist 77 • Subjekt vs. Objekt – Der Mensch in der Physik • Hör-Kolumne von Helmut Fink

01.04.2025|

Die Kontroverse um das Verhältnis von beobachtendem Subjekt und beobachtetem Objekt zeigt sich auch in der Geschichte der Physik. In dieser Folge seiner Hörkolumne ordnet Helmut Fink bedeutende Stationen der Debatte ein, darunter die Diskussion zwischen Max Planck und Ernst Mach Anfang des letzten Jahrhunderts. Während der Philosoph Mach als Positivist Sinneswahrnehmungen als alleinige Quelle für Erkenntnis in der Wissenschaft ansah, vertrat der Physiker Planck einen wissenschaftlichen Realismus, nach dem die Außenwelt unabhängig vom Beobachter gestaltet ist.
Die Fortschritte in der Physik haben Planck Recht gegeben. Das gilt auch nach Etablierung der Quantentheorie, die im 20. Jahrhundert vieles in der Physik revolutioniert hat. Mitunter wird die Quantentheorie fälschlich so ausgelegt, dass der menschliche Beobachter die Messungen beeinflussen würde. Das würde dem Menschen wieder einen Platz in der theoretischen Physik einräumen und dem Fach den humanistischen Aspekt zurückgeben, heißt es dann. Wie Fink in seiner Hörkolumne zeigt, ist die Konsequenz aus den Erkenntnissen der theoretischen Physik jedoch eine andere – nämlich die Bestätigung für die Position des wissenschaftlichen Realismus, der davon ausgeht, dass eine Außenwelt unabhängig von uns existiert.

 

Freigeist 76 • Goethes Prometheus – aufwühlend bis heute • Hör-Kolumne von Helmut Fink

01.02.2025|

Mit seinem Gedicht »Prometheus« legte der junge Goethe vor 250 Jahren eine Generalabrechnung mit der Religion vor, die auch heute nichts von ihrer Kraft verloren hat. Der Dichter greift den antiken Mythos vom Titanen auf, der den Menschen das Feuer brachte und sich gegen die Götter auflehnte, und formt ihn zu einem Abgesang auf ein überholtes Weltbild um. Aus dem bloßen Objekt göttlichen Handelns wird der Mensch zum selbstbestimmten Gestalter des eigenen Schicksals, der alle kindliche Illusion von Gottvertrauen ablegt und gegen religiösen Schwindel aufbegehrt. In dieser Folge seiner Hörkolumne stellt Helmut Fink das Werk vor und zeigt, welche Impulse es für das säkulare und humanistische Denken bereithält.