Podcast-Gespräch • Tillmann Bendikowski • Himmel hilf! Geschichte des Aberglaubens und des magischen Denkens

Dr. Tillmann Bendikowski ist Historiker, Publizist und Autor zahlreicher erfolgreicher Sachbücher. In seinem aktuellen Werk “ Himmel hilf – warum wir Halt bei übernatürlichen Kräften suchen“ geht er dem magischen Denken in unserer Geschichte auf den Grund: von mittelalterlichen Ritualen bis zur Esoterik der Gegenwart. In unserem Gespräch erkunden wir, warum Menschen in Krisenzeiten immer wieder Trost und Orientierung in magischen Praktiken suchen. Sei es durch Amulette, Engel, Horoskope oder Verschwörungsmythen. Dabei wird klar: Aberglaube ist kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein kulturelles Phänomen, das sich stetig wandelt und gerade heute wieder hochaktuell ist. Eine Folge über Angst, Sicherungstechniken und warum Krisenzeiten immer auch magische Zeiten sind.

15.08.2026|

Aufgeklärt Staunen mit Frajo (11) • Das Leben spielt eine unbemerkte Rolle im Leben • Franz Josef Wetz

»Das Leben spielt eine unbemerkte Rolle im Leben« – mit diesem scheinbar paradoxen Satz eröffnet der Philosoph Franz Josef Wetz seine Überlegungen über die Ursachen und Beweggründe unserer Handlungen.
Gemeinhin nehmen wir an, dass jede unserer Handlungen eine klare Begründung hat. Wenn blutige Verbrechen ohne erkennbares Motiv Schlagzeilen machen, sind Theologen, Sozialwissenschaftler und Psychologen rasch mit angeblichen Erklärungen bei der Hand. Bei genauerem Hinsehen jedoch erweisen sich diese als bloße Scheinbegründungen. Auch im Alltag handeln wir oft grundlos, allein auf Basis unseres Naturells.
Tatsächlich sind wir weniger rational, als wir gern wären. Für aufgeklärte Menschen kann diese Einsicht ein Impuls sein, liebgewonne Illusionen über die Ursprünge der eigenen Handlungen zu überwinden. So erscheint der Eingangssatz in einem neuen, erhellenden Licht.

01.09.2025|

Freigeist (58) • Kelsos, der vergessene Aufklärer • Hör-Kolumne von Helmut Fink

In dieser Folge seiner Hör-Kolumne erinnert Helmut Fink an den Philosophen Kelsos, der bereits im 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung eine funderte Kritik des Christentums veröffentlichte. Er deckte Widersprüche innerhalb der christlichen Lehre auf und wandte sich gegen deren Bildungs- und Vernunftfeindlichkeit. Heute ist Kelsos fast vergessen, seine Argumente nur durch Schriften eines weltanschaulichen Gegners, des christlichen Philosophen Origenes, überliefert. Dennoch gilt er zu Recht als Vorläufer der modernen Kritik an Glauben und Kirche.

01.01.2023|

Freigeist (48) • Der Fasching und sein verlorener Sinn • Hör-Kolumne von Helmut Fink

Fastnacht, Fasching, Karneval: So sehr sich die regionalen Bräuche auch unterscheiden mögen, im Mittelpunkt stehen stets das gemeinsame ausgelassene Feiern und der Spott über die Obrigkeit. In dieser Folge seiner Hör-Kolumne betrachtet Helmut Fink den Ursprung und die religiösen Wurzeln des Faschings und diskutiert seine Funktion vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen. Den Abschluss der Folge bildet eine säkular-humanistische Büttenrede, die zahlreiche Themen aus dem Staat-Kirche-Verhältnis und aus der Religionskritik genregerecht aufgreift.

01.03.2022|
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