Freigeist (34) • Julian Huxley und der evolutionäre Humanismus • Hör-Kolumne von Helmut Fink

Evolutionsbiologe, evolutionärer Humanist und erster Generaldirektor der UNESCO: all das war Julian Huxley (1887–1975). Zum Jahreswechsel erinnert Helmut Fink an diesen einflussreichen Vordenker der menschlichen Fortentwicklung. Und er erläutert, wie der evolutionäre Humanismus als naturwissenschaftlich fundierte Weltanschauung mit Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kenntnisstandes selbst stetig weiter evolviert.

01.01.2021|

Carbon • Podcast-Gespräch • Schönheit, Attraktivität, sexuelle Anziehung – Ästhetische Wahrnehmung aus kognitiver Perspektive

Liegt die Schönheit eines Bildes oder eines Gesichts nur im Auge des Betrachters? Worauf beruhen dann aber Übereinstimmungen im Urteil? Und wie bleibend sind sie? Unterliegt alles Moden? Oder empfinden wir in Natur oder Kunst das als schön, was schon vor Jahrhunderte als schön empfunden wurde? Über Fragen wie diese spricht Helmut Fink mit dem Bamberger Forscher Prof. Dr. Claus C. Carbon, der in der Empirischen Ästhetik untersucht, welche Faktoren in unsere Bewertungen von Schönheit einfließen. Der Psychologe erläutert, warum er den Goldenen Schnitt für ein wenig geeignetes Kriterium hält und welche Rolle evolutionspsychologische Erklärungen für ihn spielen. Zudem geht es um das Konzept der Gestalt bei der Bewertung von Design und um geschönte Körperbilder und ihre Manipulation unserer Wahrnehmung.

15.05.2020|

Freigeist (26) • Freigeistige Organisationen im Blick der Religionswissenschaft • Hör-Kolumne von Helmut Fink

Wie ist das Selbstverständnis der säkularen Szene? Welche Strömungen gibt es? Wie stark unterscheiden sich etwa der Humanistische Verband Deutschlands (HVD) und die Giordano Bruno Stiftung (gbs) in Menschenbild und Ausrichtung? Diese Fragen beantwortet ein Buch des Religionswissenschaftlers Stefan Schröder, das Helmut Fink hier vorstellt. Anlässlich des Erscheinens der Taschenbuchausgabe von „Freigeistige Organisationen in Deutschland“ gibt Fink einen Einblick in die im Buch vorgestellten Ergebnisse von Schröders Forschung, der sich im Rahmen seiner Dissertation in den Jahren 2013-2016 mit nicht-religiösen Menschen in Deutschland und ihren Zusammenschlüssen befasste und zwei strategisch unterscheidbare Organisationstypen identifiziert: den sozialpraktischen und den weltanschaulich-agonalen.

01.05.2020|

Flessner • Podcast-Gespräch • Künstliche Intelligenz im Alltag der Zukunft

Können wir aus vergangenen Innovationssprüngen etwas lernen über unseren zukünftigen Umgang mit Digitalisierung, Automatisierung und Künstlicher Intelligenz? Darüber spricht Brynja Adam-Radmanic mit dem Zukunftsforscher Dr. Bernd Flessner. Dabei geht es um solche Fragen wie: Wer war bisher besser darin, technologiegetriebene Gesellschaftsveränderungen vorherzusehen – Science-Fiction-Autoren oder Ingenieure? Welche Technik, mit der wir heute selbstverständlich leben, wurde früher für nicht möglich gehalten? Wie wirkten sich auf diese Technik aufbauende sekundäre und tertiäre Erfindungen soziokulturell aus?

15.03.2020|

Malsburg • Podcast-Gespräch • Geist im Computer? Von künstlicher Intelligenz zu autonomen Organismen

Was wissen wir heute über das Gehirn? Und lassen sich Erkenntnisse über uns selbst auf Künstliche Intelligenz (KI) übertragen? Was etwa brauchen Maschinen, um autonom handeln zu können? Über Fragen wie diese spricht Helmut Fink mit dem Neuroinformatiker Christoph von der Malsburg. Er macht dabei besonders auf offene Fragen aufmerksam. In der Grundlagenforschung sieht der der Experte für Informationsverarbeitung das sogenannte Bindungsproblem als noch nicht gelöst, also wie all das, was wir sinnlich wahrnehmen, zu einem ganzheitlichen Eindruck zusammengeführt wird. In der KI-Entwicklung dagegen fehlt laut von der Malsburg ein anderes entscheidendes Merkmal: Seiner Analyse nach werden selbstfahrende Autos und andere Maschinen, von denen wir erwarten, eigenständig Probleme lösen zu können, nicht ohne eine eigene Antriebsstruktur auskommen. Sie brauchen Ziele, Interessen, Prioritäten. Er ist überzeugt: Sie müssen uns innerlich ähnlicher werden, um ihre Aufgabe erfüllen zu können. Auch wenn die Entwicklung solcher KI mit Gefahren verbunden ist, werden solche elektronischen Organismen unausweichlich ein Teil unserer Zukunft sein, ist von der Malsburg überzeugt.

15.02.2020|

Freistetter • Podcast-Gespräch • 50 Jahre Mondlandung – 50 Jahre Lüge?

Obwohl sich die »Argumente« der Mondlandungsleugner leicht widerlegen lassen, erfreut sich ihre Mythenpflege ungebrochener Beliebtheit. Wie kommt das? Und wie gehen wir mit ihren Verschwörungstheorien am besten um? Darüber spricht Jürgen Hübner mit dem Astronomen und Autor Dr. Florian Freistetter. Ist es besser obskure Überzeugungen einfach zu ignorieren? Muss dem etwas entgegengesetzt werden? Und lohnt sich eine solche Aufklärungsarbeit? Freistetter erklärt zudem kenntnisreich, was der Wissenschaft fehlen würde, wenn die Mondlandung tatsächlich nicht stattgefunden hätte und warum er sich noch viel mehr Forschung auf dem Mond wünschen würde – am besten auf einer festen Mondbasis.

15.11.2019|

Moder • Podcast-Gespräch • Giftige Gene? Ein vernunftorientierter Zugang zum Thema grüne Gentechnik

Viele Menschen lehnen gentechnisch veränderte Nahrungspflanzen ab. Doch wie gut sind ihre Argumente? Der österreichische Molekularbiologe und Wissenschaftsvermittler Dr. Martin Moder sagt: Nicht sehr gut. Im Gespräch mit Helmut Fink erklärt er, dass viele angebliche Nachteile der Grünen Gentechnik aufgebauscht sind oder nichts mit der Technologie selbst zu tun haben. Manchmal ist auch das Gegenteil von dem wahr, was Gentechnikgegner behaupten. Einige wenige Gegenargumente hält er für bedenkenswert. Es sei aber nicht nachvollziehbar, warum nur über Nachteile und nicht auch über unbestreitbare Vorteile von gentechnisch veränderten Organismen (GVOs) geredet werde. Aber auch um andere Themen geht es im Gespräch: Warum etwa verstehen wir genetische Krankheiten besser durch das Sequenzieren der Genome vieler Gesunder?

15.06.2019|

Mukerji • Podcast-Gespräch • Ein Plädoyer für den gesunden Menschenverstand

Warum argumentieren intelligente Menschen nicht automatisch vernünftig? Was gehört zu den Grundregeln kritischen Denkens? Und lohnt sich eine Diskussion über Bullshit im Internet? Darüber unterhält sich Brynja Adam-Radmanic mit Dr. Nikil Mukerji, dem Autor des Buches »Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstandes«. Mukerjis optimistische Botschaft ist, dass geordnetes, lückenloses Denken erlernbar ist. Doch wie gehen wir mit Menschen um, denen ihre eigenen Denkfehler nicht bewusst sind und denen es an Motivation mangelt, den eigenen Standpunkt einer Prüfung zu unterziehen? Und welche Rolle sollte die Vernunft spielen in Risiko-Diskursen oder bei Entscheidungen über Prioritäten im Leben?

15.05.2019|

Bülthoff • Podcast-Gespräch • Wie fühlt sich ein fliegendes Auto an?

Welche technischen Probleme sind zu lösen, bevor es Fluggeräte für alle geben kann? Und bei welchen dieser Aufgaben leistet die Wahrnehmungsforschung einen Beitrag? Darüber spricht Helmut Fink hier mit Prof. Dr. Heinrich Bülthoff vom Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik. Im Verbund mit Wissenschaftlern anderer Unis erforschte seine Arbeitsgruppe im europäischen Projekt MyCopter offene Fragen bei der Mensch-Maschine-Schnittstelle zukünftiger »Personal Air Vehicles«. Denn um massentauglich zu sein, muss so ein persönliches Luftgefährt wesentlich leichter und sicherer zu steuern sein als ein Hubschrauber. Welche Flugassistenzsysteme und welche Art von Ausbildung ermöglicht uns einen solchen Individualverkehr in der Luft? Und sind auch autonom fliegende Vehikel denkbar? Anschließend an dieses Podcast-Gespräch hielt Prof. Bülthoff am 29.05.2018 im Rahmen der Kortizes-Vortragsreihe »Vom Reiz der Sinne« einen Vortrag, der ebenfalls aufgezeichnet wurde. Das Video ist im Youtube-Kanal von Kortizes zu sehen.

15.04.2019|

Schütz • Podcast-Gespräch • Sehen im Augenblick

Welche Rolle spielen die Bewegungen, die unsere Augen beim Sehen ausführen, für unsere Wahrnehmung der Welt? Und mit welchen Methoden und Fragen geht die Forschung dieses Thema an? Darüber spricht Brynja Adam-Radmanic mit Prof. Dr. Alexander Schütz. Der Marburger Psychologe gibt im Interview einen Einblick in die Herangehensweise der Psychophysik, die aus einfachen, aber ausgeklügelten Wahrnehmungsexperimenten Rückschlüsse ziehen kann auf die Verarbeitung der Reize im Gehirn – etwa, ob die visuelle Information aus der Peripherie des Sehens mit der aus dem Punkt schärfsten Sehens verrechnet werden und nach welchen Regeln dies geschieht.

15.03.2019|

Freigeist (12) • Hirn im Glück • Helmut Fink im Gespräch mit Rainer Rosenzweig

Was ist die Motivation hinter den Veranstaltungen von Kortizes in Nürnberg? Und was erwartet das Publikum konkret beim diesjährigen Symposium »Hirn im Glück« am Wochenende 12.–14. April 2019? Darüber sprechen die Kortizes-Kollegen Helmut Fink und Dr. Rainer Rosenzweig in dieser Folge. Institutsleiter Rosenzweig gibt dabei Einblicke in die Wurzeln seines Interesses an Wissenschaftsvermittlung und in die Gründe, warum ihm Veranstaltungen so wichtig sind, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Erkenntnisse einem breiten Publikum vermitteln. Essentiell sind Bezüge zu skeptischem Denken und säkularem Humanismus.

01.03.2019|

Grams • Podcast-Gespräch • Globuli zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Helmut Fink im Gespräch mit Dr. Natalie Grams: Die Ärztin hatte selbst eine Homöopathie-Praxis, doch empfindet sie heute das Versprechen dieser Medizinrichtung, spezifisch arzneilich zu wirken, als unethisch. Angesichts der Tatsache, dass Homöopathie nicht zeigen kann, dass sie über die Placebowirkung hinaus wirksam ist, gab Grams nicht nur ihre eigene Praxis auf, sondern kämpft inzwischen auch dafür, dass diese Richtung nicht mehr über das Solidarsystem der Krankenkassen finanziert wird. Im Gespräch erklärt Grams die Therapie-Prinzipien des Begründers Samuel Hahnemann und erläutert, wieso von seinen Methoden im Lichte moderner Wissenschaft nichts übrig bleibt. Es gelte stattdessen, die guten Seiten, die die Homöopathie auf der menschlich-emotionalen Ebene hat, in den normalen Medizinbetrieb zu integrieren, findet Grams. Denn Gespräche über individuelle Lebensumstände und psychosomatische Aspekte von Krankheiten kämen dort bisher zu kurz.

15.01.2019|

Freigeist (10) • Von der Diakonie zum Humanismus • Hör-Kolumne von Helmut Fink • zu Gast: Hansjörg Albrecht

Helmut Fink spricht mit dem Sozialpädagogen und Kortizes-Kollegen Hansjörg Albrecht über das kirchliche Arbeitsrecht und die Dominanz von kirchlichen Trägern bei den Sozialdienstleistungen. Albrecht weiß aus eigenem Erleben, welche Einschränkungen es für Menschen mit sich bringt, dass christliche Träger von ihren Mitarbeitern eine Kirchenmitgliedschaft verlangen können. In seinem Arbeitsfeld der Jugendhilfe ist es schwierig mit keiner oder der falschen Konfession eine Arbeitsstelle zu finden. 21 Jahre war er bei der Diakonie tätig und konnte – obwohl nicht gläubig – nicht aus der Kirche austreten ohne seinen Arbeitsplatz zu gefährden. Er erklärt, was es mit der sogenannten Loyalitätserklärung auf sich hat, die Nicht-Gläubige unterschreiben können, um einen Job bei einem christlichen Träger zu bekommen, und warum sie für ihn nicht galt. Auch geht es um die Initiative GerDiA, die gegen religiöse Diskriminierung am Arbeitsplatz kämpft, und inwiefern die Rechtssprechung des EuGH Hoffnungen auf zukünftige Verbesserungen macht. Diskutiert wird davon ausgehend auch die Frage: Wie sollten Sozialdienstleistungen in Zukunft organisiert sein, um kirchliche Machtmonopole zu vermeiden? Weltanschaulich neutral? Oder von Trägern in weltanschaulicher Vielfalt?

01.01.2019|

Hillerbrand • Podcast-Gespräch • Freiheit und Objektivität der Forschung

Helmut Fink im Gespräch mit Prof. Dr. Dr. Rafaela Hillerbrand: Welchen Beitrag liefern Philosophie und Technikethik für das Zusammenspiel von technologischer Entwicklung und politischen Entscheidungen? Lassen sich Risikobewertung und die Unsicherheit von Prognosen wertfrei erforschen? Vertieft werden die Themen Energiewende und Nachhaltigkeit. Hillerbrand erläutert, dass wissenschaftliche Ergebnisse zwar intersubjektiv erklärbar und objektbezogen sein können, dabei aber nicht zwingend wertfrei sind.

15.10.2018|

Freigeist (1) • Was ist säkularer Humanismus? • Hör-Kolumne von Helmut Fink

Charakter und Profil der Kolumne »Freigeist«: Was ist Kortizes? Was ist die Akademie für säkularen Humanismus? Was ist Humanismus? Geschichte des Humanismus. Was ist säkularer Humanismus? Weltbild, Menschenbild, Ethik, Lebenssinn, Metaphysik-Kritik, Abgrenzung von Esoterik; Bildung, globale Verantwortung, planetares Bewusstsein, Empathie und Vernunft. Verbindung von Freiheit und Verantwortung, Menschenwürde und Menschenrechte. Verhältnis von Wissenschaft und Weltanschauung. Was ist Naturalismus? Was ist evolutionärer Humanismus? Relevanz des weltanschaulichen Dialogs, Ausdruck des Lebenssinns in der menschlichen Kultur, Politik und Weltanschauung.

31.03.2018|

Der neue Kortizes Podcast • Vorstellung und Ausblick

In dieser ersten Folge stellt Helmut Fink den Anbieter dieses Programms vor: Kortizes, das gemeinnützige Institut für populärwissenschaftlichen Diskurs. Im Podcast werden Vortragsmitschnitte von Veranstaltungen erscheinen, die Kortizes im Raum Nürnberg / Fürth anbietet, sowie Interviews, die am Rande davon aufgezeichnet werden, etwa bei den Vortragsreihen im Planetarium, dem Symposium und dem Humanistischen Salon. Weiterer Teil von Kortizes ist die Akademie für säkularen Humanismus, aus der die monatlich erscheinende Hörkolumne Freigeist hervorgeht. Hier werden aktuelle Themen von politischer und gesellschaftlicher Relevanz aufgegriffen und kommentiert, die im weitesten Sinne mit Weltanschauung zu tun haben. Dabei wird die Position des säkularen Humanismus vertreten: weltlich, mit dem Menschen im Mittelpunkt, wissenschaftsbasiert und -orientiert. Fink: »Wir sind Skeptiker, wir sind religionskritisch, wir wollen allerdings auch den weltanschaulichen Dialog pflegen – vom Standpunkt eines säkularen Humanismus«.

08.02.2018|