Kerzenschein und Plastikengel: Viele Menschen lieben die Bräuche und Dekorationen rund um die Weihnachtszeit, obwohl die christliche Botschaft für sie kaum noch von Bedeutung ist. Aber was fasziniert an der Vorweihnachtszeit, wenn nicht der religiöse Gehalt? Die Antwort verweist auf allgemein menschliche Bedürfnisse, die über die Jahreszeit hinausgehen. Eine bedeutende Rolle spielt die emotionale Ansprache: Diente sie früher dazu, die Überzeugungskraft der religiösen Botschaft zu steigern, sind mit zunehmender Säkularisierung der Gesellschaft Weihnachtsdekorationen und -musik scheinbar inhaltsleer geworden. Ihre emotionale Wirkmacht haben sie dennoch behalten. In dieser Folge seiner Hör-Kolumne zeigt der Philosoph Franz Josef Wetz, warum dieser sentimentale Zauber existenziell ernst zu nehmen ist – als Ausdruck unseres Verlangens nach Trost, Geborgenheit, Frieden und Lebensfreude.