»Über die Religion: Reden an die Gebildeten unter ihren Verächtern« – so heißt das Werk des Theologen und Philosophen Friedrich Schleiermacher (1768–1834), in dem er ein romantisches und zugleich erstaunlich modernes Religionsverständnis skizziert. Geprägt von Toleranz und Pluralismus, stellt er eine »reine Religion« in den Mittelpunkt, die die Welt durch Emotion und eigene Anschauung erfahrbar macht. In der neuen Folge seiner Hör-Kolumne »Freigeist« ordnet Helmut Fink dieses Konzept aus Sicht des säkularen Humanismus kritisch ein. Sein Fazit: Während Schleiermachers Hang zu Pantheismus und Subjektivität Raum für Spekulation und Esoterik lässt, setzt der säkulare Humanismus auf wissenschaftlich erforschbare Erkenntnisse und rationale Kontrolle.