Podcast-Gespräch • Jutta Hübner • Von Akupunktur bis Zeolithen – Eine kriminalistische Reise durch die Pseudomedizin

Dr. Jutta Hübner ist Professorin für integrative Onkologie an der Universität Jena sowie Fachärztin für innere Medizin, Hämatologie und Onkologie. Als Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Onkologie der deutschen Krebsgesellschaft setzt sich seit Jahren dafür ein, zwischen wirksamer Unterstützung von Krebspatienten und gefährlicher Scharlatanerie zu unterscheiden. Im Gespräch mit Bettina Eder vom Kortizes-Team geht es um die Frage, wo die wissenschaftlich fundierte Komplementärmedizin eine Krebstherapie sinnvoll ergänzen kann, etwa durch Ernährung, Bewegung und psychologische Begleitung. Ebenso kommen die Risiken von wirkungslosen Alternativmethoden zur Sprache, etwa wenn Patienten zu lange auf solche Mittel vertrauen oder wenn sich gefährliche Wechselwirkungen einstellen. Dabei wird auch klar: Placeboeffekte, Zuwendung und Kommunikation haben ihren Platz, aber nicht auf Kosten von Ehrlichkeit und Wissenschaftlichkeit.

 

15.09.2026|

Podcast-Gespräch • Tillmann Bendikowski • Himmel hilf! Geschichte des Aberglaubens und des magischen Denkens

Dr. Tillmann Bendikowski ist Historiker, Publizist und Autor zahlreicher erfolgreicher Sachbücher. In seinem aktuellen Werk »Himmel hilf – warum wir Halt bei übernatürlichen Kräften suchen« geht er dem magischen Denken in unserer Geschichte auf den Grund: von mittelalterlichen Ritualen bis zur Esoterik der Gegenwart. In unserem Gespräch erkunden wir, warum Menschen in Krisenzeiten immer wieder Trost und Orientierung in magischen Praktiken suchen. Sei es durch Amulette, Engel, Horoskope oder Verschwörungsmythen. Dabei wird klar: Aberglaube ist kein Relikt vergangener Zeiten, sondern ein kulturelles Phänomen, das sich stetig wandelt und gerade heute wieder hochaktuell ist. Eine Folge über Angst, Sicherungstechniken und warum Krisenzeiten immer auch magische Zeiten sind.

15.08.2026|

Freigeist (80) • Humanistische Lebensauffassung • Helmut Fink im Gespräch mit Michael Schmidt-Salomon

Ein Jahr nach Gründung der Giordano-Bruno-Stiftung verfasste Dr. Michael Schmidt-Salomon 2005 das Manifest des evolutionären Humanismus. Anlässlich dieses 20-jährigen Jubiläums sprach Helmut Fink mit dem Mitgründer und Vorstandssprecher der Stiftung, Philosophen und Buchautor. Neben einem Rückblick auf den Wandel der Religionskritik in den vergangenen zwei Jahrzehnten dreht sich das Gespräch um weitere Schlüsselthemen der Giordano-Bruno-Stiftung, die sich als säkular-humanistische Denkfabrik für Menschenrechte und eine offene Gesellschaft einsetzt. So machte sie früh den Missbrauchsskandal in den Kirchen öffentlich, engagiert sich für einen weltanschaulich neutralen, evidenzbasierten Schulunterricht und gehört zu den wichtigsten Stimmen für liberale Muslime und das Recht auf Schwangerschaftsabbruch.
Angesichts des zunehmenden Fundamentalismus und des Erstarkens autoritärer Kräfte weltweit diskutieren die beiden auch über die Zukunft – und über eine humanistische Perspektive, die die Individualität jedes einzelnen Menschen ins Zentrum rückt.

01.10.2025|

Podcast-Gespräch • Helmut Ortner • Das klerikale Kartell – Warum die Trennung von Staat und Kirche überfällig ist

Staat und Kirche sind in Deutschland getrennt, so steht es in der Verfassung. Doch die Realität sieht anders aus: Die Kirchen haben ihre Vertreter in Rundfunkräten und anderen Gremien, sie lassen sich über die Kirchensteuer mitfinanzieren und haben in ihren Organisationen ein eigenes Arbeitsrecht, um nur einige Beispiele zu nennen. Eine »unheiligen Allianz« nennt dies der Buchautor, Journalist und Publizist Helmut Ortner, der sich seit Jahren engagiert mit diesem Thema auseinandersetzt. In seinem Buch »Das klerikale Kartell« schildert Ortner historische und aktuelle Fehlentwicklungen und zeigt, welche Sonderrechte und Privilegien die organisierte Religion in Deutschland noch immer genießt. Stephan Angene sprach mit Helmut Ortner über die vielfältige Verflechtung von Staat und Kirche.

 

15.07.2025|

Aufgeklärt Staunen mit Frajo (7) • Werde, der du nicht bist • Franz Josef Wetz

»Werde, der du nicht bist«! Muss es nicht vielmehr heißen: »Werde, der du bist«? Aber wer bin ich denn? Einst glaubte man, aus dem, was der Mensch ist, ableiten zu können, wie er zu leben habe. Diese Verbindung zwischen Lebensdeutung und Lebensorientierung wird in der Moderne vielfach infrage gestellt: Während einige verkünden, dass wir alles werden können, was wir möchten, sehen andere die individuelle Entwicklungsfreiheit durch gesellschaftliche und biologische Bedingungen eingeschränkt. Beides lässt sich kombinieren: »Werde, der du sein möchtest im Rahmen deiner Möglichkeiten«. Zu diesen Möglichkeiten gehört eine großartige, paradoxe Lebenschance: nämlich der zu werden, der man nicht ist, um sich selbst nicht zu verpassen. Wie Selbstverlust als Selbstgewinn möglich ist, zeigt der Philosoph Franz Josef Wetz in dieser Folge seines Podcasts.

01.01.2025|

Freigeist (67) • Der Zentralrat der Konfessionsfreien • Helmut Fink im Gespräch mit Philipp Möller

Philipp Möller ist seit März 2022 Vorsitzender des Zentralrats der Konfessionsfreien, der sich als NGO für säkulare Politik in Deutschland einsetzt. Im Gespräch mit Helmut Fink blickt Möller zurück auf die Anfänge des Projektes und zieht eine erste Zwischenbilanz. Bis das Verfassungsgebot der weltanschaulichen Neutralität vollständig umgesetzt ist, seien freilich noch viele dicke, aber morsche Bretter zu bohren. Dazu zählen die Ersetzung des konfessionellen  Religionsunterrichts durch Philosophie-Unterricht für alle, eine faire Ablösung der historischen Staatsleistungen an die Kirchen und die Abschaffung des staatlichen Kirchensteuereinzugs. Auch strategische Differenzen innerhalb des säkularen Spektrums, etwa bei KdöR-Status und humanistischer Lebenskunde, werden angesprochen.

01.10.2023|

Podcast-Gespräch • Pia Lamberty • True Facts – Was gegen Verschwörungserzählungen wirklich hilft

Der Glaube an Verschwörungserzählungen war bereits vor Corona weit verbreitet. So glaubte Studien zufolge im Jahr 2019 etwa ein Drittel der Bevölkerung, dass Politikerinnen und Politiker nur Marionetten von dahinter agierenden Mächten seien. Im Verlauf der Pandemie erreichte das Thema dann eine breite Öffentlichkeit. Warum Menschen an Verschwörungen glauben und welche Konsequenzen diese Ideologie mit sich bringt, darüber unterhält sich Brigitte Winkelmann mit der Psychologin und Autorin Pia Lamberty.

15.10.2021|

Freigeist (39) • Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit

Öffentliche Debatten und Diskussionen in den sozialen Medien erfordern das Einüben von Streitkultur. Unabdingbar dafür ist eine gemeinsame Basis, eine „kleinste gemeinsame Wirklichkeit“, wie es die Wissenschaftspublizistin Mai Thi Nguyen-Kim in ihrem gleichnamigen Buch nennt. Helmut Fink stellt den Band vor und nimmt dies zum Anlass, den Prozess von Erkenntnisgewinn durch Streitkultur im Wissenschaftsbetrieb zu betrachten. Weder Autorität noch Mehrheitsmeinung sollten dort den Ausschlag geben. Vielmehr gewinnt die Aussage mit den stärksten Belegen.

01.06.2021|
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